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Die Therapie der PAVK

 

Als peripher arterielle Gefäßerkrankung (PAVK) bezeichnet man eine Durchblutungsstörung durch Verengung der Arterien, also der Gefäße, die den Körper mit sauerstoffreichem Blut versorgen. Eine Durchblutungsstörung der Beine führt dabei zu der sog. Schaufensterkrankheit, die aufgrund von Schmerzen der Beine zum Stehenbleiben zwingt. Die Muskeln und Organe werden nicht ausreichend, insbesondere bei Mehrbelastung – wie beim Gehen – mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Die Beinmuskulatur „beschwert“ sich deshalb mit Schmerzen, dem klassischem Symptom der PAVK.

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Wie kommt es zu dieser Verengung der Gefäße?

Es bilden sich Ablagerungen aus Fett und Kalk, meist in den Beinen, seltener in den Armen, wobei Tabakkonsum zu dem wichtigsten Risikofaktor gehört. Aber auch erhöhte Blutfette und ein Bluthochdruck sowie eine Diabeteserkrankung können dazu beitragen, dass es zu Gefäßablagerungen, der sog. Arteriosklerose, kommt. Diese führen zu Engstellen bis hin zu Arterienverschlüssen.

Die PAVK lässt sich nicht heilen, doch können Medikamente ein Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen oder verhindern. Gefäßrisikofaktoren wie Bluthochdruck und erhöhtes Cholesterin sollten behandelt werden. Auch Acetylsalicylsäure (ASS) und Clopidogrel sorgen dafür, dass der Blutfluss verbessert werden kann. Weitere Risikofaktoren sind auch Bewegungsmangel und Übergewicht. Regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene, mediterane Ernährung senkt das Risiko, eine Herzkreislauf-Erkrankungen zu erleiden.

 

 

Was kann man ergänzend zur Therapie der PAVK selber tun?

Neben dem wichtigen Rauchstopp gehören eben auch eine gesunde Ernährung und regelmäßige sportliche Aktivität zur Behandlung der Arteriosklerose. Auch ein strukturiertes Gehtraining kann die Durchblutungsstörung verbessern und zu einen Abnahme der Beschwerden führen. Nebenwege, sog. Kollateralen, werden dadurch gefördert und ausgebaut.

Die Behandlung der PAVK richtet sich nach Stadien I bis IV. Im Anfangsstadium reicht die Durchblutung auch unter körperlicher Belastung noch aus, so daß noch keine Beschwerden bestehen (Stadium I). Nimmt die Gefäßverengung zu, kommt es zu Schmerzen beim Gehen, also der sog. Schaufenstererkrankung, welche den Patienten zum Stehenbleiben zwingt. Nach kurzer Pause kann das Gehen fortgesetzt werden, da die Muskeln wieder mit Sauerstoff versorgt werden (Stadium II). Treten Schmerzen in Ruhe, insbesondere im Liegen auf, besteht eine kritische Durchblutungsstörung (Stadium III). Im Endstadium der PAVK kommt es zu geschädigtem oder abgestorbenem Gewebe, es können sich offene Wunden und Geschwüre, insbesondere an den Zehen, bilden (Stadium IV). Eine Amputation kann erforderlich werden.

 

Warum ist eine PAVK gefährlich und sollte frühzeitig behandelt und diagnostiziert werden?

Lange verläuft die Erkrankung unbemerkt, da diese im Anfangsstadium ohne Beschwerden ist. Kommt es zu Beschwerden, werden diese auch oft als orthopädische Beschwerden fehlgedeutet. Die Arteriosklerose führt aber nicht nur zu Durchblutungsstörungen in den Beinarterien, sondern gleichzeitig die der Arterien des Herzens und des Gehirns. Patienten mit einer PAVK tragen ein 3-fach erhöhtes Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarktes.

Die Gefäßablagerungen, auch Plaques genannt, führen nicht nur zu Gefäßverengungen, sondern können auch zu einem Arterienverschluss führen. Dadurch wird die Sauerstoffzufuhr in dem durch das Gefäß versorgten Bereich akut unterbrochen. Ein akuter Schmerz und Blässe der Haut kann als Symptom eine sofortige Diagnose und Therapie erforderlich machen. Es kann sonst zum Absterben von Gewebe, ggf. auch zu einer Amputation, kommen.

 

Wie erfolgt die Diagnostik der PAVK?

Zur Basisuntersuchung gehören neben einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung die Dopplerdruckmessung, als schnelle, schmerzfreie und aussagekräftige Methode. Dabei wird der Blutdruck an den Oberarmen und Fußknöcheln mittels einer Dopplersonde gemessen. Der sog. Knöchel-Arm-Index wird bestimmt.

Auch die Puls-Oszillographie und die Laufbandergometrie gehören zur Diagnostik der PAVK, aber vor allem die Farbcodierte Duplexsonographie, der Gefäßultraschall. Der Ultraschall ist eine schmerzfreie, ungefährliche und sehr aussagekräftige Methode zur PAVK Diagnostik. Auf einem Monitor kann das Gefäßsystem mit seinen Veränderungen dargestellt werden. Der Blutfluss in den Arterien kann durch Farbe dargestellt werden.

Ergänzende Methoden zur Darstellung von Gefäßen sind die Computertomographie (CT), also die CT-Angiographie oder die Kernspinntomographie, also die MR(Magnetresonanz)-Angiographie. Diese eignen sich auch insbesondere für die Diagnostik der Bauch- und Beckengefäße, welche sich teilweise im Gefäßultraschall schwer darstellen lassen, z. B. bei Darmgasüberlagerung oder bei Fettleibigkeit.

Die genaueste Methode zur Darstellung von Gefäßverengungen und -verschlüssen stellt die Angiographie mit Röntgen-Kontrastmittel dar, die sog. Digitale Substraktionsangiographie. Dabei wird die Schlagader der Leiste nach örtlicher Betäubung punktiert. Das Kontrastmittel wird über einen dünnen Kunststoffschlauch in das Gefäßsystem gebracht und die Gefäße lassen unter Verwendung von Röntgenstrahlen darstellen. Durch die Verwendung moderner Geräte ist die Strahlenbelastung gering.

Die Therapie der PAVK erfolgt in der Regel nach den bereits beschriebenen Stadien. Ziel der Behandlung ist das Senken des Risikos von Herz-Kreislauferkrankungen durch die Behandlung der Risikofaktoren. Dadurch lässt sich das Risiko eines Schlaganfalls, Herzinfarktes und des plötzlichen Herztodes senken. Auch soll das Fortschreiten der PAVK vermieden werden und die Lebensqualität verbessert werden (durch z. B. Linderung der Beschwerden).

Im Stadium I ist der Patient noch beschwerdefrei. Eine Behandlung der Risikofaktoren (Änderung des Lebensstils und medikamentöse Behandlung) steht hier im Mittelpunkt und stellt die Basis der PAVK Therapie aller Stadien dar. Wenn Belastungsschmerzen auftreten (Stadium II), kann zusätzlich durch konsequentes Gehtraining die schmerzfreie Gehstrecke verlängert werden. Sinnvoll ist die Teilnahme an Gefäßsportgruppen.

Wenn sie dadurch die Lebensqualität nicht verbessern lässt, die Gehstrecke weniger als 200 m ist bzw. die PAVK große Schmerzen verursacht, sollte eine Kathetertherapie durchgeführt werden. Dabei versucht der Arzt Gefäßverengungen aufzudehnen (sog. Ballondilatation), bei komplizierteren oder längeren Verengungen wird dabei ein Stent (Gefäßstütze) eingesetzt. Auch Gefäßverschlüsse können durch neue Therapien der PAVK beseitigt und der Blutfluss wiederhergestellt werden. Eine Katheterbehandlung der PAVK wird ohne Vollnarkose durchgeführt. Nur im Bereich der Leiste erfolgt eine lokale Betäubung. Ein kurzer Krankenhausaufenthalt ist in der Regel erforderlich.

 

 

Auch wenn in den letzten Jahren, durch Weiterentwicklung neuer Therapien der PAVK, immer häufiger alleinig eine Katheterbehandlung durchgeführt werden kann, gibt es komplexe Engstellen oder Verschlüsse, die eine Gefäßoperation erforderlich machen. Auch bei erfolglosen Kathetereingriffen kann diese erwogen werden. Die Schlagader kann dabei eröffnet und „geputzt“ werden oder es wird, meist aus einer körpereigenen Vene oder einem Kunststoffschlauch, eine Umgehung (sog. Bypass) hergestellt.

Bei Patienten im Stadium III oder IV, d. h. mit Ruheschmerzen, Wundheilungsstörungen oder Geschwüren, muss eine sofortige gefäßmedizinische Therapie erfolgen. Es liegt eine lebensgefährliche Erkrankung vor. Kurzfristig sollte ein Kathetereingriff oder eine Gefäßoperation erfolgen. Unterstützend kann auch die Gabe von durchblutungsfördernden Medikamenten und Schmerzmitteln erfolgen.

 

Und „danach“? Was ist für die Nachsorge wichtig?

Neben der Einhaltung eines gesunden Lebensstils mit Nikotinstopp, ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung gehören eine konsequente Kontrolle der Risikofaktoren dazu. Meist sind dazu Medikamente notwendig. Auch die Einnahme von Thrombozytenfunktionshemmern wie Acetylsalicylsäure (ASS) verbessern das Langzeitergebnis. Insbesondere Diabetiker sollten Verletzungen an den Füßen vermeiden, da diese zu Gewebeinfektionen führen können.

80% der PAVK-Patienten weisen keine Beschwerden auf (Stadium I) und werden deshalb oft nicht ausreichend behandelt. Bei Risikofaktoren sollte ein Gefäßmediziner zur Diagnostik einer PAVK aufgesucht werden.

 

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